Woche 36 / 2020

Eine weitere Spielwoche ist durch und schon bald ist Weihnachten ­čśť Es wurde wieder ziemlich viel gespielt jedoch habe ich mich hinsichtlich der Wochenr├╝ckblicke entschieden, euch jeweils nicht ├╝ber alle gespielten Spiele, sondern nur ├╝ber die Highlights meiner Spielwochen zu erz├Ąhlen und daf├╝r auch mal ein Spiel n├Ąher zu beschreiben. Ich hoffe, das ist auch in eurem Sinne Ôś║´ŞĆ.

Eine Seefahrt, die ist lustig.

Los ging es wie meistens am Dienstag mit meiner fixen Spielerunde. Zu dritt spielten wir diesmal Village – mein Lieblings-Eurogame. Das Spiel ist in dieser Runde ebenfalls ziemlich beliebt und es war nicht die erste Partie in dieser Konstellation.

Ich mag Village vor allem aufgrund der starken thematischen Einbindung: Anders als bei den meisten Euros mit irgendeiner Stadt im Titel spielt man hier sozusagen das Leben in einem Dorf selbst nach – daher der Name. Jeder Spieler spielt mit einer Familie und entscheidet, welche Karrieren und Schicksale seine Familienmitglieder erleben sollen. Ob Handwerk, Politik, Kirche oder Reise – du hast es in der Hand. Die Aktionen kosten Zeit (was ebenfalls sinngebend ist) und wenn die Zeit vor├╝ber ist, dann muss auch einer sterben. Als eins der ersten Eurogames ├╝berhaupt traute man sich, diese f├╝r einige Leute unangenehme Thematik spielerisch umzusetzen und auch wenn es f├╝r einige etwas morbid klingen mag: Sterben ist hier Teil der Strategie.

Wir spielten diesmal „all in“, also mit den beiden verf├╝gbaren Erweiterungen Village Inn und Village Port – erstere erweitert die Produktionserzeugnisse durch einen weiteren Rohstoff – Bier – und bringt Charakterkarten, die man sich damit erkaufen kann. Dies gibt dem Spiel etwas mehr Optionen und Tiefe – und auch mehr Alkohol, was ja nie schlecht ist. Die Hafenerweiterung wiederum ersetzt das f├╝r mich langweilige Reisen des Grundspiels durch eine spannendere Seereise-Option. Beide Erweiterungen sind gute Erg├Ąnzungen zum Grundspiel, welche auch gemeinsam gespielt werden k├Ânnen ohne die Partie k├╝nstlich zu verl├Ąngern.

Die Partie selber war interessant. Die Dorfchronik f├╝llte sich ziemlich rasch mit den Verstorbenen Familienmitgliedern und da dies eine Spielende-Bedingung ist, mussten wir uns alle etwas bremsen, damit wir noch paar Z├╝ge f├╝r unsere Pl├Ąne ├╝brig haben, d.h. also weniger schnell „sterben“. Die Schlusswertung war schwierig abzusch├Ątzen und es h├Ątte jeder gewinnen k├Ânnen. Zwei Charakterkarten aus der Kneipe, die sich S. kurz vor Ende zugelegt hatte, machten dann den Unterschied aus.

Ich liebe einfach jede Partie Village und das Spiel begleitet mich bereits ziemlich lange. Es war sogar damals eins meiner ersten Kennerspiele – vielleicht ist auch dies der Grund, weshalb es immer noch diese Bedeutung f├╝r mich hat. Wer es noch nicht kennt, soll ein Blick drauf werfen. Wer aus der Gegend kommt und mal Lust auf eine Partie hat, kann mich gerne kontaktieren.

Ich m├Âchte das Zimmer mit Waldblick

Sp├Ąter in der Woche startete ich mit einer guten Spielfreundin zum zweiten mal die My City-Kampagne. Das Familien-Legacy-Puzzle von Rainer Knizia habe ich bereits einmal mit meiner Partnerin durchgespielt, aber da das Spiel 4 Boards beinhaltet h├Ątte ich es schade gefunden, die H├Ąlfte des in der Kiste befindlichen Materials einfach ungespielt zu lassen. My City ist zwar nach der Kampagne auf der R├╝ckseite der Boards immer wieder spielbar, jedoch ist die gegebene Immerspiel-Variante im Vergleich zur Kampagne ziemlich langweilig. Nur daf├╝r w├╝rde ich das Spiel nicht kaufen.

So traue ich mich wieder heran und baue eine neue Stadt – diesmal mit dem Namen „Deerson“ (Passend zum Hirsch, das meine Spielfarbe als Symbol hat) und nat├╝rlich werden mir die ├ťberraschungseffekte komplett fehlen und bin gespannt, ob mich das Spiel weitere 24 Partien (= eine Kampagne) fesseln kann. Ich werde berichten…

Der Mond ist aufgegangen

Nach 3 Partien puzzlen dann noch Nova Luna als Absacker. Auch schon l├Ąnger nicht gespielt. Ein nettes, eing├Ąngiges, aber nicht einfach zu knackendes Brainfuxx-Puzzle, das uns Uwe Rosenberg hier pr├Ąsentiert. Falsches bauen wird ziemlich schnell bestraft, so dass ich zwar stark in die Partie startete, aber gegen Ende hin mir die Optionen ausblieben, den Sack zuzumachen. Leider ist das ganze in der finalen Phase schon ziemlich arg von den ausliegenden Pl├Ąttchen abh├Ąngig. Hat man Gl├╝ck und liegen die passenden Pl├Ąttchen in der richtigen Reihenfolge, so hat man leichteres Spiel.

Aber zugegeben: Vielleicht ist dies mal wieder eine faule Ausrede, um meine Niederlage zu rechtfertigen ;-). Schlussendlich ist man ja meistens selber schuld. Ich mag Nova Luna trotzdem ziemlich gerne, auch wenn mir eine Partie pro Abend davon reicht.

Schneller fertig als die echte Sagrada Familia

Das letzte Spiel der Woche war schon l├Ąnger auf meiner Malwiederspielen-Liste – Sagrada. Das abstrakte W├╝rfel-Legespiel liegt bei mir total Deluxyfied in meinem Regal mit dem tollen Inlay von Broken Token und allen Erweiterungen. Man muss wohl das Spiel ziemlich lieben um sich ein Inlay zuzulegen, das etwa den Preis des Spiels kostet, aber ich kann euch beruhigen: Es handelt sich lediglich um ein geekiges Neben-Ph├Ąnomen des Brettspielhobbies. Oder eine Besessenheit. Oder ein Virus, das einem befallen kann.

So oder so – Sagrada sieht einfach wunderbar aus. Ich empfehle jedem unbedingt die erste Erweiterung. Dadurch gewinnt das Spiel in angenehmer Art und Weise an Planbarkeit, da man immer einen W├╝rfel aus der pers├Ânlichen W├╝rfelablage legen kann und man nicht st├Ąndig auf einen passenden W├╝rfelwurf hoffen muss. Und: Eine Partie dauert dadurch auch deutlich k├╝rzer, auch wenn ich in dieser Partie der Downtime-Produzent war – etwas, was mir ziemlich unangenehm ist, da ich ewiglange Gr├╝bler am Tisch selber nicht so mag. Es war auch eine Partie, in der mir wenig gelang und wo ich auch ziemlich mies spielte. Sagrada muss dann wohl doch wieder ├Âfter auf den Tisch.

Mein gr├╝ner Spielteppich ist wundersch├Ân.

Eine weitere Neuheit in dieser Woche f├╝r mich war das Online-Brettspielen auf Yucata.de. Diese optisch doch eher altert├╝mlich anmutende Webseite ist absolut kostenfrei und hat einige bekannte Brettspiele als Online-Variante umgesetzt. Ich spielte eine Runde Jaipur mit dem lieben Sevan des „Brettspielpodcasts, den die Welt nicht braucht„. Auf Yucata spielen die Spieler seine Z├╝ge abwechselnd, also einer spielt, der andere wird via Mail informiert und spielt seinen Zug, dann wieder der andere etc. Dies funktioniert zwar wunderbar, war aber f├╝r mich als ungeduldiger Mensch eine ziemliche Herausforderung. Zwischen Zug und Zug k├Ânnen locker mal paar Tage vergehen – da muss man sich immer wieder auf die Spielsituation einstellen. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf kommende Partien. Ihr k├Ânnt mich gerne zu einer Partie einladen – ich bin dort unter blauerspieler zu finden.

So – ich hoffe, der etwas k├╝rzere Wochenbericht passt euch. Freue mich, diese Woche mit Caylus 1303 eine Neuheit auf den Tisch zu bringen und bin gespannt, wie es sich spielen wird. Die Antwort gibt es nat├╝rlich genau hier. Bis n├Ąchste Woche!

Macht’s gut und keep on gaming,

euer blauer Spieler

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