Woche 38 / 2020

In dieser Woche ging das Spielen später los, dafür aber dann richtig! In Erwartung des grossen Highlights am Wochenende gab es am Donnerstag erst mal ein Einspielen mit dem zweiten Kapitel von My City. Die Kirche zog in die Stadt ein und viel mehr kann ich ohne zu Spoilern nicht erzählen. Auf jeden Fall macht das zweite mal Durchspielen der Kampagne in etwa genau gleich viel Spass wie das erste Mal – nur überrascht werde ich halt nicht mehr.

Danach eine Partie Aqualin, das zwar nicht nicht aus meiner Collection stammt, aber trotzdem bei Veröffentlichung vor ein paar Monaten meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Es ist ein abstraktes Lege- und Schiebespiel für 2 Unterwasser-Fans, das zwar sicherlich interessante Entscheidungen erfordert, aber leider etwas blass bleibt. Das hat man alles schon mehrfach gesehen und kann mich nicht wirklich vom Hocker hauen, ist aber sicherlich nett von Zwischendurch. Ich gewann die Partie ohne einen klaren Plan zu haben – dies sagt eigentlich auch schon alles.

Keine Garantie auf unverbaubarem Blick

Sehr gut fand ich allerdings eine weitere Neuheit; diesmal aus meinem eigenen Fundus: Little Town. Es handelt sich hier um einen Workerplacement-Legespiel in kleinem Format. Man startet auf einer leeren Wiese und sammelt das ein, was es zu Beginn hat – Holz, Fische aus dem Teich und Steine. Ziemlich schnell kommen die Landherren auf die Idee, Gebäude zu bauen, welche die Ressourcenproduktion optimieren, Ruhm (Punkte) und auch Geld einbringen. Diese Gebäude können dann von anderen Spielern genutzt werden, aber natürlich gegen ein Entgelt. So baut sich also nach und nach eine kleine Stadt auf und nach 4 Runden gewinnt der gewiefteste Landbewohner.

Little Town funktioniert einfach wunderbar einfach und schnell. Es kommt in einer kleinen Schachtel daher bietet aber sowas wie ein Grosspielgefühl. Es ist zugänglich, einfach zu spielen aber nicht immer einfach zu beherrschen und ist ziemlich konfrontativ. Schliesslich ist der Platz auf dem doch kleinen Acker knapp und die besten Felder sind schnell besetzt – da muss man sich stets neu einstellen um doch noch zum Ziel zu kommen. Kurz und knapp: Little Town kommt definitiv noch öfters auf den Tisch.

16 Spiele in 2,5 Tagen – wer hält mit?

Danach kam das langerwartete Spielwochenende an der schönsten Location, in der zumindest ich bis heute gespielt habe. In einem prächtigen Bootshaus direkt an der Beatenbucht mit Blick auf die „Swiss Pyramid“, dem Thuner Hausberg Niesen, nisteten wir uns ein und genossen das Lebens, den Wein und die Spiele, die wir dabei hatten. Und das waren einige, wie ihr es dem obigen Auszug aus BG Stats entnehmen könnt. Da ich unmöglich über alle Spiele schreiben kann nachfolgend meine persönlichen Highlights und über die anderen Spiele werde ich dann berichten, wenn sie wieder auf den Tisch kommen.

Das Bier war noch nicht kalt, also tranken wir Radler

Kurz nach der Anreise brachte ich erstmals Cairn auf den Tisch – die neue deutsche Lokalisierung des Schweizer Spielverlages Board Game Box, das schon mal einen sehr guten ersten Eindruck hinterlassen hat. Dieses stark taktische Spiel, das vor allem an Onitama erinnert, hat es trotz niedlicher Optik faustdick hinter den Ohren. Jede Figurbewegung will gut überlegt sein, denn der Gegner sitzt auf der Lauer und wartet auf einen Fehler. Cairn wird in den nächsten Wochen sicher öfter auf den Tisch kommen, daher möchte ich nach diesem Ersteindruck noch nicht viel mehr dazu sagen. Auch eine Review folgt in den nächsten Wochen auf diesem Blog. Seid gespannt!

Leben und Handeln in den schottischen Highlands

Am Samstag nach dem Frühstück starteten wir mit einer 3-stündigen Partie des echt tollen Clans of Caledonia, das ich nach dem Spiel (und Sieg) in der Euphorie gleich Adrian abkaufte :-). Wer mich kennt weiss, dass ich eine Schwäche für Eurogames habe und dieses hier erfindet zwar das Rad nicht ganz neu, hat aber einige bekannte Mechanismen zu einem guten Allerlei zusammengebraut. Es ist im Kern ein in Schottland angesiedeltes Wirtschaftsspiel, in dem man sich mit seinem Clan ausbreitet, die eigene Rohrstoff-Produktion aufbaut um so Waren zu produzieren und zu exportieren. Ein Euro halt. Das ganze spielt sich aber sehr gut auf dem kompakten Spielfeld, das Sie hier wirklich auch für kleinere Tische optimiert haben.

Es war einen spannende Partie ohne klaren Ausgang, was ich persönlich sehr mag. Ich hätte selber nicht gedacht, dass ich als Sieger ende, hatte aber ziemlich geschickt exportiert und mein Clan erlaubte mir eine einfachere Ausbreitung über Wasserfelder von Anfang an. Zudem hatte ich früh mein Geldeinkommen ziemlich optimiert und Geld ist auch in diesem Spiel der Motor, der alles zum laufen bringt. Clans of Caledonia – ein tolles Spiel!

Adrian (mein Spiuchuchi-Buddy) hatte dann auch noch einige Neuheiten dabei, die wir danach ausprobierten. Zuallererst das aktuell ziemlich gehypte FORT – ein Deckbauspiel mit einem wirklich erfrischendem Thema. Hier geht es darum, sich möglichst in einer coole Schulgang zusammenzuraufen, um das bestmögliche Fort zu bauen. In der Optik unverkennbar vom selben Designer, der auch schon für Root verantwortlich war. Es ist wirklich dadurch ein besonderes Spiel geworden, auch wenn ich mit deckbuilden einfach nicht warm werde und ich deshalb auch keinen grossen Spass hatte. Liegt aber definitiv nicht am Spiel.

Ich lackiere mir meine Nägel gerne stets in der Farbe, die zu den Karten passt 😉

Etwas ratlos hinterliess mich Tournament of Avalon – ein Stichspiel, bei dem es wahrlich um Leben und Tod geht. Ziemlich böse versucht man sich hier die meisten Stiche zuzuschustern, denn diese bringen Schaden und irgendwann hat für einen Spieler das letzte Stündlein geschlagen. Grundsätzlich soll man in dem Spiel auch Allianzen bilden, um Gegenspieler auszuschalten – eine Idee, die für mich in solch einem Spiel deplatziert ist. Zudem waren meine letzten 2 Runden völlig irrelevant – ich wusste, dass ich eh nicht gewinnen werde und konnte damit nur entweder dem einten oder anderen Mitspieler zum Sieg verhelfen. Wo lag hier mein Interesse? Wie gesagt: In der richtigen Gruppe sicher eine Gaudi – bei mir hat es nicht gezündet.

Sehr schön fand ich den Fall von Exit – die unheimliche Villa, den wir Abends dann bei Schummerlicht und mit der passenden App-Musikuntermalung spielten. Wieder einmal eine Ansammlung sehr guter und origineller Rätsel, auch wenn man einiges schon in ähnlicher Form bei der gleichen Reihe gesehen und erlebt hat. Trotzdem bleibt Exit was Rätselqualität und Spielmaterialeinsatz angeht ganz klar auf dem Siegertreppchen, nur thematisch.. war ich in einer Villa? Einem Bootshaus? Einer Gartenlaube? Scheissegal – storymässig kriegen sie nicht wirklich viel auf die Reihe. Da freue ich mich doch bereits auf die nächste Unlock-Box mit etwas schlechteren Rätsel, dafür mehr Stimmung.

Sieht aus wie ein Eurogame, ist aber Krieg

Den Sonntag beendeten wir dann mit meiner zweiten Partie Caylus 1303, die sich etwas anders anfühlte als die erste. Komischerweise fanden einige der Spieler (mich inkludiert) diesmal den Zugang zum Spiel nicht und ich selber machte einige unverzeihliche Planungsfehler. Zusätzlich spielten wir deutlich konfrontativer als in der ersten Partie und ich war oft der Leidtragende 😦 – definitiv ein Spiel, in dem man solche Situationen aushalten muss und in dem sich falsche Planung auch in Frust wandeln kann. Ich mag Caylus 1303 nach wie vor, ist aber sicher kein Spiel, das man zuviel spielen muss.

Nach dieser Partie machten wir uns auf den Heimweg und so endete also eine Woche, die aufgrund dieses schönen Wochenendes unvergesslich bleibt.

Machts gut und bleibt schön spielerisch,

euer blauer Spieler

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